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Pia Fischer


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Vom Etikettenkleid bis zum Bandrucksack

Etiketten-, Reißverschluss-, Knopf- und Krawattenkleider, Rucksäcke, Taschen, Kissen, Sonnenschirme, die verschiedensten Accessoires – in der Eisenacher Straße 69 in Schöneberg ist jedes Produkt ein ganz besonderes Unikat. Die Schweizerin Pia Fischer, ihre Schöpferin, wollte vor vielen Jahren Mitglied im Berufsverband Angewandte Kunst Berlin Brandenburg e. V. werden und wurde abgewiesen. Aber man gab ihr einen Ratschlag: Machen Sie doch selbst einen Stoff. Und so kam sie zum Upcycling, der Umwandlung von Abfallprodukten oder nutzlosen Stoffen in neuwertige Produkte.

Die diplomierte Damenschneiderin, die ihr Handwerk von der Pike auf in Basel und Luzern erlernte, kam auf die Idee, mit dem Nähen verbundene Materialien zum Stoff zu machen: Etiketten, Knöpfe, Reißverschlüsse, Bänder … Aber auch Krawatten, Einkaufstaschen, Badehandtücher kommen jetzt zum Einsatz. Für das erste Etikettenkleid wurde zwei Jahre gesammelt und dafür zu Hause ein Wegezoll etabliert. Statt Blumen brachten Besucher Etiketten mit, die ja oft beim Tragen nur durch Kratzen stören. Genäht hat Pia Fischer dann ein halbes Jahr an diesem Kleid und dafür an die 3.000 Etiketten „verbraucht“. Mit diesem Modell klappte dann auch die Aufnahme in den Kunstverein.

Seit zehn Jahren betreibt Pia Fischer den Laden in der Eisenacher Straße, der zugleich ihr Atelier ist. Ihre Gespräche mit Kunden führen oft zu neuen verrückten Ideen. Eine davon ist ihr praktischer und unverwechselbarer Rucksack, den sie aus 35 Meter Bändern fabriziert. Originell sind auch die Geldbörsen, die z. B. mit alten D-Mark-Scheinen bedruckt sind. „Da ist Geldwäsche bei 30 Grad möglich“, lacht sie.

Pia Fischer macht auch ganz normale Sachen. Viele Frauen sind froh, wenn die kreative, sympathische Mitfünfzigerin ihr Lieblingskleid der veränderten Figur anpasst. Eine Dame lässt sich jedes Jahr für die Salzburger Festspiele auf Pia Fischers besondere spielerische Art und Weise einkleiden.

Und sie ist gern auf Kunstmessen und Modenschauen. So war sie im März auf der „femme 6“ – Mode von Frauen für Frauen, der Schmuck-, Mode- und Kunstkleidermesse im Frauenmuseum. Als eine über 70 erfolgreichen Bewerberinnen. Ende Juni folgte eine Modenschau auf dem Galaabend der Textile Art Berlin. Und für das Straßenfest „Chuchichäschstli“ in der Holsteinischen Straße am 1. August, dem Schweizer Nationalfeiertag, ließ sie sich auch nicht lange bitten und trug mit einer kleinen Modenschau zum Gelingen bei.

creationpiafischer.de